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Samstag, 14. Juni 2025

Offene Immobilienfonds im Wandel? Eine Analyse der aktuellen Entwicklungen

Besuche von der Beraterbank gehören wohl zum Alltäglichen, wenn sich Liquidität anhäuft und nicht verbraucht wird (mit anderen Worten: es wird lästig). In den Angeboten, die da unterbreitet werden, mischen die Berater auch gerne ein Insiderwissen über Offene Immobilienfonds. Und tatsächlich stehen derzeit diese Anlagemöglichkeiten wieder im Zentrum der öffentlichen Diskussion.

Eine aktuelle Analyse der renommierten Ratingagentur Scope sorgt für Aufsehen in der Finanzwelt, weil von einer Herabstufung gesprochen wird. Die Gründe dafür sind vielschichtig, doch im Fokus stehen insbesondere die gesunkenen Renditen, die so gar nicht ins Bild der “sicheren Anlagen” passen. Es gibt jedenfalls verschiedene Sichtweisen, so dass sich erstens die Frage stellt, ob bei einer Investition in Offene Immobilienfonds die potentiellen Chancen überwiegen, und zweitens ein Blick auf Banken und professionelle Vermögensverwalter ein wenig mehr Orientierung bietet.

 

Donnerstag, 4. Juli 2024

Finanzanlagen – Was tun mit der Anlage

Der Offene Immobilienfonds, der da ein wenig unter die Räder gekommen war (Tagesverlust 17 Prozent), kann schon einiges an Kopfzerbrechen abverlangen. Gerade diejenigen, die erst in den letzten Monaten einen vielleicht sogar beträchtlichen Geldbetrag investiert haben, werden sich “getäuscht” fühlen. Was also tun in der jetzigen Situation?

Keine Panik – so steht es zumindest auf dem Umschlag vom Anhalter durch die Galaxis. Und genau so, nämlich panisch, sollte man in einer derartigen Situation nicht handeln.

Was soll man ohnehin machen, wenn das vermutlich Schlimmste bereits geschehen ist? Stillhalten oder Verkaufen, oder gibt es eine weitere Alternative?

 

Montag, 1. Juli 2024

Finanzanlagen - Probleme eines Offenen Immobilienfonds

 Am 26.6.2024 kam die Schlagzeile: „Höchster Tagesverlust seit 2008 – das bedeutet der Immobilienfonds-Absturz“ (Quelle: Welt, Geschichte von Richard Haimann). Grund für den Absturz waren Bewertungskorrekturen im Immobilien-Bestand des offenen Immobilienfonds „Uni:Immo ZBI Wohnen“ (WKN A2DMVS). Für die Anleger ein ganz schönes Desaster. Im Artikel heißt es, dass man einen Tagesverlust von „17 Prozent“ erleben musste.

Kurz darauf erschien eine Anlegerinformation zur Sonderbewertung des ZBI-Fondsmanagements. Man bestätigte, dass der gesamte Immobilienbestand zum 23.6.2024 neu bewertet wurde und im Ergebnis dies zu einer Minderung des Anteilspreises (Rücknahmepreises) um 8,48 Euro auf 42,26 Euro pro Schein bedeutete. Die Veröffentlichung geschah am 25.6.2024.

Warum ist das überhaupt von Bedeutung an dieser Stelle? – Manchmal muss auch ein soziales Unternehmen Teile seiner Vermögensverwaltung in Wertpapiere anlegen. Verstehen Sie was davon?


Mittwoch, 28. Februar 2024

Finanzen – nachhaltig Geldanlagen bewerten

Die Bank, die neulich mit der Begründung “Gemeinnützigkeitsrecht” für nachhaltige Investments warb, hatte natürlich auch ein paar Anlageideen im Köcher. Wenn man sich aber nicht täglich mit solchen Vorschlägen auseinandersetzt, was tun?

Im Folgenden gibt es nun ein paar Tipps, wie man aktiv gemanagte Investmentfonds als Anlageideen bewerten kann. Auch wenn Nachhaltigkeit so sehr gewünscht wird, sind nach wie vor Sicherheit und Profitabilität einer Geldanlage entscheidend. Erfahrene schauen sich zudem weitere Eckpunkte an, um die Bewertung ordentlicher und gewissenhafter vorzunehmen - immerhin geht es um das Kundengeld.

[Über die Anlageideen aus dem Köcher der Bank wird an dieser Stelle nicht berichtet. Aber am Ende geht es um eine andere, „grüne“ Geldanlage.]

[Und noch ein Hinweis: Die unten aufgeführten Kennzahlen entstammen meinem Verständnis.]

 

Mittwoch, 21. Februar 2024

Finanzen – Muss man als gemeinnütziges Unternehmen seine freien Mittel unbedingt in nachhaltige Geldanlagen stecken?

Eine Bank warb neulich mit dieser Begründung für nachhaltige Investments:

“Das Gemeinnützigkeitsrecht in der Abgabenordnung legt fest, dass Mittel einer Körperschaft nur für satzungsgemäße Zwecke verwendet werden dürfen. In der Praxis bedeutet dies, dass Investitionen und Ausgaben im Einklang mit den Organisationszielen stehen sollten.”

Ein paar Gedanken dazu, aber vorher geht es um die gesetzlichen Grundlagen zur Gemeinnützigkeit und den Begriffen, mit denen man schließlich zu den Einsichten gelangt.

[In diesem Beitrag geht es nicht um spezielle Geldanlagen, sondern um diese Werbeaussage.]

 

Montag, 6. November 2023

Notizen zu einem erneuten Treffen mit einem Finanzexperten

Alle Jahre wieder, könnte ich sagen, kommt es zu einem Treffen mit Finanzexperten. Vielleicht liegt das irgendwie an der Jahreszeit, dass es überall nach Geld „riecht“. Vielleicht ist es auch nur reiner Zufall.

Auch in einem sozialen Unternehmen geht es ums Geld. Die Mittel, die man bisher angespart hat, sollten natürlich wieder zurück in das Gemeinwohl gehen, aber wenn es keine gute Gelegenheiten dafür gibt, wie zum Beispiel ein neues Wohnhaus für den besonderen Personenkreis, dann muss halt abgewartet werden. Abwarten kostet Zeit, und Zeit ist Geld. Wohin damit? – Sparbuch? Tagesgeld, Festgeld?? – Und da braucht man schon jemanden an der Seite, der sich ein wenig besser damit auskennt.

Die Geldanlage in Aktien wird es in den seltensten Fällen geben, die Anlage in Aktienfonds vermutlich dagegen schon viel öfter. Doch bei diesem Treffen ging es vornehmlich um Anleihen. Die werden nämlich sehr interessant und bieten zugleich eine schöne Aussicht auf Gewinne (irgendwann in der Zukunft?). Trotzdem sollten Anleger vorsichtig sein, so die Warnung. Und das klingt schon wieder nach einem Wechselbad der Gefühle. Worum geht es also?


Mittwoch, 2. März 2022

Notizen von einem Treffen mit Finanzexperten

Sowas gibt es zur Abwechslung mal auch: ein Treffen mit Finanzexperten.

Und wenn man sich über das liebe Geld unterhält, kommen (mit den richtigen Leuten) so einige Szenarien zur Sprache, die es durchaus in sich haben würden, wenn sie denn Realität werden. Doch bei allem Aus-Denken landet man letztendlich an einer Erkenntnis, die viel mächtiger ist und sich lediglich durch den Ukraine-Konflikt beschleunigt hat.

Alles hängt irgendwie zusammen, muss man anerkennen. Von daher wird sich der Ukraine-Konflikt auch auf die Arbeit der Leistungserbringer auswirken und es für alle Beteiligten schwieriger machen.

+++ Nachtrag vom 5.3.2022 +++

Auch wenn die Börsen jetzt den Krieg und seine Auswirkungen in den Kursen verarbeiten, das Thema Inflation bestimmt nach wie vor das Parkett -- jetzt aber mit dem Beigeschmack der Auswirkungen des Krieges auf den gesamten Globus (siehe insbesondere das weiter unten stehende Szenario).

+++ Nachtrag vom 9.3.2022 +++

Während Schreckensszenarien die Runde machen, kehren "die Bullen" zurück an den Markt; oder anders gesagt: man wird wieder mutig und "preist" eine erwartete Friedensverhandlung in die Kurse ein. Sobald es tatsächlich dazu kommt, wird diese Angst die Geldentscheidungen nicht mehr betreffen, sondern die andere Angst vor der Inflation kehrt zurück.

+++

Mittwoch, 30. Juni 2021

Strafzinsen und Kontoführungsgebühren

Dieser Beitrag betrifft eher Privatleute und hat eigentlich gar nichts mit Eingliederungshilfe zu tun. Weil aber an anderer Stelle das Thema aufkam, werden hier jetzt ein paar Gedanken veröffentlicht.

Es fing zwar nicht mit dem BGH-Urteil zur sogenannten „Zustimmungsfiktion“ an, aber angesichts dieser Sichtweise wird das seit einiger Zeit fragwürdige Verhalten einiger Geldhäuser im Umgang mit Geldeinlagen auf den Konten nun auch angreifbar. Eine Vereinbarung über die Verwahrung von Geldern kann wiederum für Rechtssicherheit sorgen, wenn es aber in dieser Vereinbarung Lücken gibt in den Bestimmungen, geht das nicht.

Montag, 25. Juni 2018

„Dieselgate“ und die Behindertenhilfe


Es ist schon bedrückend, dass eine Vorzeige-Branche, Staat, Gesellschaft und Kunden so hinters Licht geführt hat. Dass es sogar hierzulande nach dem Mrd.-Bußgeld nun zu der Verhaftung eines Top-Managers gekommen ist, zeigt die Größe des Problems. Eine Schonung der Verantwortlichen, wie man es noch aus dem letzten Jahr her kennt, gibt es nicht mehr.

Aber das war es dann, was man so hört. In den Medien wird allerhöchstens, so scheint es, über die sehr spektakulären Ereignisse und Entscheidungen berichtet. Was im Hintergrund abläuft oder wie verschiedene Gewerbe und Anlieger mit Fahrverboten umgehen müssen, davon ist nichts zu lesen. Die  „Mainstream“-Berichterstatter schenken ihre Aufmerksamkeit ganz anderen Themen. Von daher werden Leistungsträger, Leistungserbringer und leistungsberechtigte Menschen in dem Glauben gelassen, dass es alles nicht so schlimm ist.

Es gibt aber Analysten, die sich sehr intensiv mit dem Thema auseinandersetzen. Hier nun eine ganz andere Sicht der Dinge (aus der Sicht des Kapitals).

Freitag, 2. März 2018

In anderer Sache – Beratungen und Empfehlungen in Sachen Geldanlage

Das Thema ist eigentlich nicht Thema dieses Blogs. Es begegnen sich aber Unternehmenslenker und Bankmenschen immer wieder, um Wege zu finden, vorhandenes Geld risikoarm und trotzdem ertragreich anzulegen. 

Man kann sich damit nun mal ganz gehörig die Finger verbrennen (deswegen auch das eingefügte Bild – „Feuerlöscher“). 



Soziale Unternehmen sollten eigentlich ihr Geld in die soziale Arbeit investieren und nicht an Kapitalmärkten anlegen. Doch weil diese soziale Arbeit trotzdem bezahlt werden muss, ist Geld im Spiel. Und es muss nun mal gehandhabt werden, wie jeder andere Vermögensgegenstand im Unternehmen. Zudem finden sich immer wieder gut betuchte Individuen, welche ihr Angespartes in so ein sozial arbeitendes Unternehmen einbringen wollen – fast immer als Erbe, häufig auch als Schenkung. Auch in solchen Fällen muss mit diesen Geldern etwas geschehen, weil sich ad hoc vielleicht keine andere Mittelverwendung auftut.

Es geht aber nicht um Profitmaximierung. Was sich an Geldern ergibt, soll für vermeintlich „schlechte Zeiten“ gespart werden, und zwar, wie gesagt, risikoarm und dennoch ertragreich. Auch wenn sich die Unternehmenslenker ganz gut mit ihrer sozialen Arbeit auskennen, beim Thema Vermögensmanagement ist diese Kenntnis häufig sehr begrenzt vorhanden.

Dienstag, 13. September 2016

Geldanlage - Dem Entscheidungsprozess auf der Spur

In meinem letzten Beitrag hatte ich von der zweiten Spitze des Beziehungs-Dreiecks der Geld- und Vermögensanlage Beratung und Anlageentscheidung nur über die Beratungen gesprochen. Dieser Teil war zugegebenermaßen sehr negativ formuliert, was aber angesichts der weiterhin bestehenden Probleme im Bankenwesen nicht überraschen sollte. Im Beratungsgespräch werden verschiedene Themen angesprochen, deren Inhalte nun ausgewertet und in einen Entscheidungsprozess münden sollen. Am Ende steht dann die Entscheidung, was im Einzelnen geschehen soll. Wie ein solcher Entscheidungsprozess aussehen kann bzw. welche Fragen dabei zu beantworten sind, möchte ich nachfolgend ein wenig näher betrachten.

Vorab aber noch ein weiteres Negativ-Beispiel:

Die Geschäftsführung eines sozialen Unternehmens entspricht dem Wunsch des Bankberaters der Hausbank zu einem Finanzberatungsgespräch und lädt ihn ein. Mit Begeisterung und Hingabe gibt der Bankberater über drei Stunden lang eine hübsche Kapitalmarkt-Geschichte zum Besten. Erst in den letzten fünf Minuten seiner Zeit und seines Redeflusses präsentierte er noch schnell seine beiden Anlageideen, welche von der Geschäftsführung selbstzufrieden genehmigt werden – für einige Jahre festgelegt werden etwa 5 % der Bilanzsumme.

Vor vielen Jahren war der Entscheidungsprozess für Anlageentscheidungen eher simpel. Weil es damals noch keine negativen Zinsen gab bei risikoarmen Unternehmensanleihen, konnten Gelder gut untergebracht werden. Doch mittlerweile zahlen Anleger selbst beim Kauf von risikoträchtigen Unternehmensanleihen einen Aufpreis, der über die Laufzeit der Anlage abzuschreiben ist. Wollte man in die gleiche (Risiko-) Klasse an Unternehmensanleihen investieren, wie früher noch, müssen noch viel höhere Abschreibungen hingenommen werden. Will man dies nicht, muss man den möglichen Totalverlust als Risiko tragen.

So wie früher, geht es auf keinen Fall. Doch sich allein auf den Bankberater verlassen?

Die beiden Anlageideen aus dem oben genannten Finanzberatungsgespräch gingen noch mal gut, man sollte aber dazu wissen, dass die eine Anlage eine Anleihe war, die an der Kreditwürdigkeit einer deutschen Großbank gekoppelt war – kurz nach ihrer Fälligkeit wäre diese Anleihe zum Problemfall geworden.

Das kann natürlich auch absolutes Können gewesen sein. Die erste Frage sollte aber eher sein, was mit den jetzt zur Verfügung stehenden freien Mitteln geschehen soll.

Ideal wäre es, wenn das soziale Unternehmen statt der Geldanlage die Re-Investition der nicht benötigten Mittel vornehmen würde (Mittelverwendung). Immerhin versteht die Geschäftsführung etwas von der sozialen Arbeit und könnte somit ihren öffentlichen Auftrag besser wahrnehmen.

Utopisch wäre es, wenn das soziale Unternehmen in anstehenden Vergütungsverhandlungen eine Herabsetzung seiner Vergütungen vereinbaren (oder hinnehmen) würde. Immerhin hat es offenbar in der Vergangenheit gut verdient und könnte somit schwer begründen, dass weitere Erhöhungen erforderlich sind (Erforderlichkeitsprinzip).

Unvorstellbar wäre es, wenn das soziale Unternehmen eine Ausschüttung der nicht benötigten Mittel an die Gesellschafter vorschlägt. Immerhin handelt es sich bei solchen Maßnahmen um übliche Verfahren bei z.B. Kapitalgesellschaften; und börsennotierte Unternehmen kaufen sogar einen Teil ihrer ausstehenden Aktien, um den Kurs schön hoch zu halten.

Vernünftig ist es, wenn das soziale Unternehmen seine nicht benötigten Mittel so anlegt, dass ein planbares Einkommen entsteht, mit dem man vorübergehende Unter-Auslastungen abdecken kann. Vergütungen sind i.d.R. höchst variabel kalkuliert, was bedeutet, dass Personal bei Schwankungen in der Auslastung aufgestockt oder abgebaut – und zwar schnellstmöglich – werden muss. Weil das nicht geht, und weil mit den Leistungsträgern in den Vergütungen keine Personal-Abfindungszahlungen kalkuliert und vereinbart werden können, werden freie Mittel benötigt, die weitsichtig und einkommensträchtig (kapitalerhaltend) angelegt werden müssen. Man kann auch sagen, dass mit Hilfe von Geldanlagen betriebliche Strukturen abgesichert werden müssen, damit die Erfüllung der sozialen Aufgabe langfristig, prompt und verlässlich gewährleistet werden kann.

Die zweite Frage sollte dagegen sein, ob man selbst eine Geldanlage tätigen kann, die das vorgenannte Ziel erfüllt.

Geldanlage in Eigenregie ist nicht schwierig, aber sie ist auch weder kostenlos, noch zwingend gewinnbringend oder risikolos. Wenn man stattdessen einen Finanzberater, die eigene Hausbank oder sogar eine Kapitalanlagegesellschaft (Investment-Manager) beauftragt, verschiebt man zwar den Entscheidungsprozess für Einzelanlagen auf diese, doch die verlangen dafür eine Management- und Verwaltungsgebühr. Was Gewinne und Risikolosigkeit angehen, werden die neuen Macher auf keinen Fall Garantien abgeben. Auf Unternehmensseite (Geldgeber) sollte zudem geklärt werden, wer im Verlustfall wann mit wie viel haftet. Ein Entscheidungsprozess.

Die Alternative zur eigenen Vermögensverwaltung und Anlageentscheidung ist somit die Beratung und Geldanlage durch Profis. Man selbst ist was Geldanlagen angeht immer ein Laie, und ganz bestimmt hat man nicht die Ressourcen und Informationsquellen, über welche die Profis verfügen. Zudem werden professionelle Vermögensverwalter (meistens) schneller und konsequenter durchgreifen, wenn entsprechende Warnungen registriert werden.

Die Bandbreite der Vermögensverwaltung ist dabei immens. Spezielle Vermögensmanagementfonds, die sogar an den Börsen frei gehandelt werden können, bieten sehr standardisierte Anlagemöglichkeiten an. Doch auch Hausbanken haben mittlerweile neben den kundenberatenden Wertpapierspezialisten sogar ganze Abteilungen, die sich rein um Vermögensverwaltung kümmern. Hier finden sich allerdings Modelle, die einerseits stark den ordinären Fonds ähneln, andererseits mit bunten Übersichten, Grafiken und vielen Ausdrucken einen guten Eindruck über die Handelsaktivitäten liefern. Es gibt für die ganz großen Vermögen sogar „eigene“ Investmentfonds, bei denen man schon von unternehmerischer Beteiligung sprechen kann (dies sollte sehr genau geprüft werden, weil für die soziale Unternehmung dabei ein hohes Risiko entstehen kann).

Die dritte Frage zielt dann schon darauf ab, wie viel „Unruhe“ und „Risiko“ akzeptiert werden soll.

An dieser Stelle geht es nicht mehr um die Strukturierung der Vermögensanlage, d.h. den Anteil von Aktien, Renten und Rohstoffen oder anderen Vermögensklassen. Dies ist wahrscheinlich an früherer Stelle schon mal geklärt worden. Jetzt sollte es um die konkrete Einzelanlage gehen.

Hatte man sich überlegt, dass man 60 % der freien Mittel konservativ anlegt und 40 % in Aktien, dann ist jetzt zu prüfen, ob diese Grenzen mit dem Angebot der Bank ggf. nicht mehr eingehalten werden können.

Hat man die Einkommensziele dank der bestehenden Anlagen vorzeitig erreicht, sollte jetzt geprüft werden, ob das Angebot der Bank das bestehende Risiko vergrößert.

Hat man sich Klarheit darüber verschafft, welche Bedingungen mit der Einzelanlage verbunden sind oder inwiefern die Einzelanlage möglichen ethischen Richtlinien widerspricht?

Viele Stiftungen bedienen sich sogenannter Anlagerichtlinien, dergleichen auch börsennotierte Investmentfonds. Wie solche Anlagerichtlinien konkret aussehen, wird häufig als Betriebsgeheimnis abgetan. Von daher lohnt sich ein Blick darauf, wenn man als soziales Unternehmen vor der Frage steht, was mit den freien Mitteln nun geschehen soll. Wenn das soziale Unternehmen versteht, wie und worin Anlagen getätigt werden, ob die professionell geführte Vermögensverwaltung überhaupt eine Anlagestrategie verfolgt, dann kann auch der eigene Entscheidungsprozess fundiert erfolgen.

Die vierte Frage sollte sich damit beschäftigen, wie man die gemachten Entscheidungen bzw. die professionelle Vermögensverwaltung effektiv kontrollieren kann. Selbst wenn die Vermögensverwaltung in Eigenregie erfolgt, es muss eine neutrale Kontrolle und Besprechung wie auch immer erfolgen.

Noch vor vielen Jahren war der Entscheidungsprozess für Anlageentscheidungen simpel, weil es damals noch keine negativen Zinsen gab bei risikoarmen Unternehmensanleihen. Nun müssen Entscheidungen darüber getroffen werden, ob man die freien Mittel risikolos anlegen will oder ein stetes Einkommen erzielen möchte. Zwar kann man sich der Hilfe professioneller Vermögensverwalter bedienen, doch auch diese müssen regelmäßig geprüft werden – der Vergleich mit Benchmarks ist hilfreich, aber nicht umfassend genug.

CGS





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Sonntag, 14. August 2016

Geldanlage – Das Gespräch mit dem Finanzberater

In meinem letzten Beitrag hatte ich das Thema Risikoprofil und Finanzbedarf bearbeitet. Das Thema entstammte meinem am 8.2.2016 beschriebenen Beziehungs-Dreieck der Geld- und Vermögensanlage und diente zur Vorbereitung auf das Gespräch mit dem Finanzberater. Wenn man in das Gespräch geht, sollte man sich schon gut vorbereitet und in etwa eine Vorstellung entwickelt haben von dem, was man erreichen möchte mit der Geldanlage. Dass man das Gespräch mit einem Finanzberater führt, beruht darauf, dass Entscheider in den Sozialunternehmen zwar glänzende Führungs- und Fachkräfte in einem Unternehmen mit sozialem Auftrag sind, aber selten (wenn überhaupt) etwas von Geldanlage verstehen. Es geht also nicht nur um viel Geld, es geht um das finanzielle Rückgrat des Sozialunternehmens, dass man ggf. verlustbringend anlegt.

In meinem heutigen Beitrag behandele ich vom Themenkomplex Beratung und Anlageentscheidung nur den Teil, der sich um die eigentliche Finanzberatung dreht. Diese erfolgt entweder durch eine Honorarkraft, die bankenunabhängig und auf Basis einer vorher festgelegten Vergütung berät, oder durch einen Bankberater, der neben den Kundeninteressen auch die Interessen der Bank im Auge behalten muss. Die Anlageentscheidung selbst erfolgt dagegen auf der Grundlage der Finanzberatung – darum wird diesem Teil nachfolgend so viel Aufmerksamkeit zuteil, bevor es später mal um die Anlageentscheidung anhand von Richtlinien geht.

Vorab muss man fairerweise zwei Dinge sagen:

Erstens wird man leider erst nach Rückzahlung oder Verkauf wissen, ob eine Geldanlageentscheidung wirklich richtig gewesen ist.

Und zweitens muss man immer mit dem Risiko des Verlustes leben.

Um überhaupt eine Entscheidung treffen zu können, holt man sich zuerst einmal einen Finanzberater ins Haus. Auf die Vor- und Nachteile der bereits genannten Beratertypen, will ich an dieser Stelle nur oberflächlich eingehen. Wirklich uneigennützig wird sowieso keiner von beiden handeln, denn der eine handelt womöglich im starken Interesse der Bank und der andere versucht einen Folgeauftrag zu ergattern. Als derjenige, der beraten wird, sollte man ohnehin alle ausgesprochenen „Empfehlungen“ mit Skepsis betrachten.

Beiden Beratertypen gemein ist, dass sie leider über keine „Glaskugel“ verfügen. Vielmehr verlassen sie sich auf die eigenen Erfahrungen (Instinkt) und / oder den Berichten der Research-Abteilungen, was einerseits die Fehlerrate einschränkt, andererseits aber vor Fehlentscheidungen nicht schützt. Was sich aber immer wieder als äußerst hilfreich herausgestellt hat, ist das mehrfache Hinterfragen der ausgesprochenen Behauptungen.

Hier ein paar Negativ-Beispiele:

In einem mir bekannten Fall hatte der Bankberater einen aktiv gemanagten Energie-Fonds deswegen im Vergleich zu einem anderen, fast gleichartigen Fonds empfohlen, weil er „volatiler“ sei und man deswegen als Anleger die Chance bekommt, zu einem Höchstpreis wieder zu verkaufen. Ist hohe Volatilität ein Kriterium für Qualität?

In vielen Beratungen werden Geldanlagen deswegen angepriesen, weil sie eine „Story“ in sich tragen. Wenn man als Kunde dann hinterfragt, wird man mit einer Mischung aus Namen, Marktentwicklungen, Unternehmensdaten und volkswirtschaftlichen Kennzahlen konfrontiert, die zusammen genommen tatsächlich den Anschein eines „Märchens“ haben. Wie viel Körnchen Wahrheit beinhaltet ein Märchen?

In einer Produktbeschreibung las ich, dass ein Großinvestor mit dabei sei in einem Fonds mit interessantem Namen. Hier wurde ganz ungeniert der „gute Ruf“ des einen zusammen mit dem schönklingenden Namen des anderen verbunden und als Qualitätskriterium angepriesen. Der Fonds wird noch immer unterhalb seines Ausgabekurses gehandelt. Wie sicher ist das Geld?

Viel Vertrauen wurde in den letzten Jahren leider verspielt. Ob die Banken aus den Fehlern gelernt haben und ehrlich mit den Kunden umgehen, darf bezweifelt werden. Darum ist es so wichtig, dass man den Finanzberater (und vor allem den Bankberatern) nicht allzu viel Raum gewährt. Gerade wenn es um sehr viel Geld geht, sollte man sich einen erfahrenen Dritten einladen, der die Empfehlungen untersucht.

In den Beratungen mit privaten Kunden müssen sich die Bankberater zuerst einmal ein Bild von den Vermögensverhältnissen, der Verlust- oder Risikoneigung sowie den Kenntnissen der Kunden machen und alles streng protokollieren – so das Gesetz. Wie gut diese Protokolle ausfallen, sollte ein privater Bankkunde einmal für sich selbst feststellen, sich vielleicht sogar einmal die Mühe machen und durch eine Klarstellung dagegen halten. Doch bei Unternehmen entfällt diese Protokollierungspflicht. Statt dass die Entscheider für sich, eigene Protokolle erstellen, verbringt man drei oder vier Stunden miteinander, ohne dass wirklich etwas dabei gewonnen wird (Bankberater gewinnen dagegen, wenn sie eine Vermögensverwaltung oder bankeigene Produkte verkauft haben). Mit welchem Ziel werden diese Gespräche dann überhaupt seitens der Entscheider geführt?

In den Protokoll-Richtlinien einer deutschen Großbank finden sich immer einige sehr innovative Finanzprodukte zwischen klassischen Anlagen, wenn die Kenntnisse des Kunden beurteilt werden. Wenn man sich als Kunde nicht von diesen Finanzinnovationen abgrenzt, muss man sich nicht wundern, wenn Bankberater immer wieder solche Produkte zu verkaufen versuchen. Eine sehr wirksame Form der Abgrenzung für Unternehmer sind hauseigene Anlagerichtlinien.

In Mode gekommen sind sogenannte „Kennenlernen“-Gespräche mit den erfahrenen CRM-Managern, professionellen Anlageberatern und / oder börsennahen Wertpapierspezialisten. In Wirklichkeit zielen solche Gespräche darauf ab, neue Produkte an den Mann zu bringen. Nicht selten geht es auch darum, das Vermögensmanagement aus dem Unternehmen herauszulösen und direkt dem Finanzmanager (bei der Bank) zu überantworten. Dies geschieht manchmal subtil und einfühlsam, kann aber auch sehr destruktiv und konfrontativ verlaufen – gerade dann, wenn der unternehmerische Entscheidungsträger dem Beratungsteam alleine gegenüber sitzt und kein Protokoll führt.

Wenn man also ins Gespräch geht, sollte man meiner Ansicht nach dem Ganzen eine Struktur verpassen. Natürlich kann die Einleitung sich auf die derzeitige Situation an den Kapitalmärkten beziehen und alle Geschichten, die aktuelle in den Foren und Medien kursieren, einbeziehen. Noch vor einiger Zeit gab es heiße Diskussionen um den „DAX 12.000“, als dieser schon wieder auf 9.000 Punkte absackte. Und dann gab es viel Diskussion rund um den „BREXIT und seine Folgen“. Doch diese Geschichten lösen einander so schnell ab, dass man sich fragen sollte, ob man mit ihnen nicht Zeit verschwendet – Bankberater sind sehr gut darin geübt, stundenlang über irgendwelche Risiken und Nebenwirkungen zu fabulieren.

Kein Anleger mag fallende Kurse, Verluste aussitzen kann sehr lange andauern. Privatanleger sind nicht an Stichtage gebunden, Unternehmer müssen dagegen Abschreibungen buchen. Darum sollte ein Beratungsgespräch zuerst einmal das bestehende Depot zum Gesprächsgegenstand nehmen und dann über Alternativen oder Neuanlagen informieren. Wenn noch Zeit bleibt, darf über den Vertrag und seine Kostenstruktur gesprochen werden.

Natürlich bringen Finanzberater gerne Unterlagen mit, die zum Gesprächseinstieg genutzt werden. Die Depotübersicht mit den Einzelwerten ist immens wichtig, doch sie kann Beträge und Kennzahlen beinhalten, die man für die eigene Anlageentscheidung überhaupt nicht gebrauchen kann. Problematisch für die Finanzberater, aber für einen selbst einfach fundierter, sind eigene Finanzübersichten. Die eigene Entscheidungsbereitschaft wird dadurch erhöht, dass der Finanzberater auf Einzelwerte verweist, die „gut“ gelaufen sind. Doch wenn in den Gewinnen die Anschaffungsnebenkosten fehlen oder sämtliche Ausschüttungen kumuliert enthalten sind, welche Aussagekraft haben dann solche Übersichten?

Man erhält auch recht schnell die ersten Vorschläge auf buntem Papier mit vielen Infografiken schönen Fotos von noch schöneren Menschen, Architekturen und / oder riesigen Maschinen. Es finden sich Stammdaten, Kennzahlen, Kurz-Übersichten mit Pro- und Contra-Argumenten, die aber eher einer Aneinanderreihung von allgemeinen Risikohinweisen gleichen. Es gibt Proberechnungen und Nachhaltigkeits-Bewertungen zusammen mit den üblichen Haftungserklärungen. Und noch mehr buntes Papier mit großformatigen Überschriften, wenn die beworbenen Finanzprodukte von großen Fondshäusern kommen. Die wirklich wichtigen Anlegerinformationen und Daten sucht man vergebens. Warum wohl beginnen viele Kursgrafiken im Jahr 2009? Wie kommt man aus der Anlage schnell wieder raus?

Es gibt natürlich auch positive Beratungsbeispiele, die bisher nicht angesprochen wurden. Immerhin sind nicht alle Empfehlungen Verlustbringer. Von den vielen Geldanlagen, die ich in meiner Tätigkeit mehr oder weniger mitgemacht und miterlebt habe, haben sich sehr viele ausreichend gut entwickelt. Was ich kritisiere ist, dass die Entscheider in den Sozialunternehmen ihre Urteilsfähigkeit ausschalten, wenn sie einem Banker gegenüber sitzen und über das finanzielle Rückgrat des Unternehmens verhandeln. Ich möchte für genügend Skepsis und Vorsicht in solchen Beratungen plädieren, denn auch in der Geldanlage gibt es einen Fehlerquotienten.

Über die Beratung wurde nun viel gesprochen – wie sieht es mit Anlageentscheidungen aus?


CGS




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Sonntag, 24. Juli 2016

Geldanlage – Vorbereitungen zum Gespräch mit dem Finanzberater

In einem früheren Beitrag hatte ich ein Beziehungs-Dreieck mit den drei Spitzen Risikoprofil / Finanzbedarf, Beratung / Anlageentscheidung und Finanzprodukt / Anlage beschrieben. Heute geht es sozusagen um die ersten Schritte, also die Vorbereitung zum Gespräch mit dem Finanzberater. Zwar wäre es hilfreich, wenn man über die einzelnen Finanzprodukte etwas weiß, viel wichtiger ist es meiner Ansicht nach, dass man eine Vorstellung davon hat, was man will.

Wie in allen Unternehmen, ist auch in Sozialunternehmen ausreichende Liquidität zu jeder Zeit immens wichtig. Und gerade heutzutage, in Zeiten von niedrigen Sparzinsen, ist die Aufnahme von Krediten, auch kurzfristige Überbrückungskredite, ein absolutes „No Go“ (bei Hypotheken und langfristigen Darlehen zur Finanzierung von Sozialprojekten ist dagegen i.d.R. eine Refinanzierung über die Vergütungssätze möglich). Geldanlagen können also nur aus solchen Mitteln getätigt werden, die das Unternehmen vorrangig nicht benötigt. Von daher muss die erste Frage, die man für sich beantworten sollte, lauten: Wie viel Geld darf angelegt werden, ohne den Finanzbedarf des Unternehmens – auch in schlechten Zeiten – zu gefährden?

Im anstehenden Beratungsgespräch sollte dieser Punkt penibel abgeprüft werden, aber auch wie viel von diesen Mitteln zu einem späteren Zeitpunkt gebraucht werden. Da Geldanlagen immer mit Risiken behaftet sind, stellt sich zudem die Frage, wie hoch der Verlust im schlimmsten Fall sein darf. Während der Finanzkrise 2009 verloren viele scheinbar „sichere“ Anlagen teilweise 30 bis 40 % ihres Wertes. Mittlerweile haben z.B. einige Investmentfonds diese Wertverluste wieder eingeholt, was aber auch sechs Jahre gedauert hat; sie kommen erst jetzt wieder zurück in die Gewinnzone. Viele andere Finanzprodukte kommen trotz wiedererstarkten Aktienmärkten aufgrund ihrer Konzeption wahrscheinlich erst in 100 Jahren aus der Verlustzone. Dagegen muss jemand, der jetzt Bundeswertpapiere mit zehnjähriger Restlaufzeit erwirbt, bis zum Rückzahlungstermin sogar 55 bis 60 % Abschreibung hinnehmen. Dieser Effekt resultiert ganz einfach daraus, dass der heutige Kurswert bei 155 bis 160 % liegt, aber der garantierte Rückzahlungswert 100 % beträgt. Diese Beispiele zeigen, dass Geldanlagen Risiken in sich tragen, die zuvor nicht gesehen wurden (die berühmte Glaskugel). Daher lautet die zweite Frage, die man für sich beantworten muss: Wie viel Verlust kann ich ertragen?

Von einer Geldanlage verspricht man sich Ertrag und Gewinn. Stiftungen z.B. finanzieren ihre Projekte aus Anlagen, die einen laufenden Ertrag erwirtschaften. Dergleichen agieren auch Pensionsfonds / -kassen, für die ein steter Mittelzufluss attraktiver ist, als ein „Klumpen“-Betrag am Ende einer langjährigen Wartezeit. Einige Finanzprodukte wurden in der Vergangenheit so strukturiert, dass sie eine planbare, laufende Ausschüttung garantierten. Allerdings muss man hiervon diejenigen Fonds abgrenzen, die aus dem Kapital die Ausschüttungen vornahmen und damit dem Ziel des Kapitalerhalts widersprachen. Ein simples Gewinnversprechen reicht dagegen nicht, denn es muss immer in Bezug gesetzt werden zu Laufzeit und Alternativen. Dementsprechend sollte auf Laufzeitgarantien, feste Ausschüttungen und vereinbarte Rückzahlungsbeträge geachtet werden, um ein gewisses Sicherheitsmaß zu erhalten, aber auch die Möglichkeit, die Leistung des Beraters zu kontrollieren. Darum lautet die dritte Frage: Ist ein steter planbarer Ertrag wichtig?

Es gibt auch noch die Frage nach der Rendite, aber sie sollte erst in der zweiten Runde kommen, wenn man die vorgenannten Eckdaten abgeklärt hat. Wenn also die Fragen nach unternehmerischen Finanzbedarf, Verlustrisiko und Ertragsausschüttung geklärt sind, werden Vorschläge zu Geldanlagen unterbreitet, die man untereinander anhand der Rendite vergleicht. Rendite ist aber nicht „die“ Kennzahl, nach der sich alles richten muss – es fehlt in der Rendite der Bezug zum Risiko, über das der Berater am besten aufklären kann. Eine positive Rendite heißt im Übrigen noch lange nicht, dass man eine laufende Ausschüttung erwarten darf. Viele Investmentfonds thesaurieren ganz einfach die Erträge, wobei natürlich die Wiederanlage zu vergünstigten Konditionen vorgenommen wird, aber der Cash-Flow erfolgt erst mit Beendigung der Geldanlage.

Diese Fragen würde ich mir stellen, wenn ich Entscheider wäre. Dabei spielt es zuerst einmal keine Rolle, ob 10.000 oder 100.000 Euro anzulegen sind. Wenn man ein größeres Portfolio verwalten muss, wird es ohnehin andere Fragen geben, auf die man Antworten finden muss. Dann nämlich müssen Depots strukturiert werden, ein Risikomanagement auf Basis eines Kennzahlen-Spektrums wäre zu definieren, zu analysieren und zu kontrollieren – alles das klingt nach einem strategischen und professionellen Ansatz, z.B. einem Vermögensmanagement.

CGS




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Samstag, 12. März 2016

Erste Gedanken zum Thema Geldanlage (Vermögensanlage)

Im Januar 2016 berichteten einige Zeitungen über aufkommende Probleme bei Stiftungen – als Ursache wurde das bestehende Niedrigzinsumfeld angeführt. Gleichzeitig wurde eine Studie der PWC Unternehmensberatung zu den Auswirkungen des bestehenden Niedrigzinsumfelds veröffentlicht. Wie stehen Stiftungen sieben Jahre nach der Finanzkrise da? Wie erfolgreich waren Stiftungen in der Vermögensanlage? Wie sehen die Vermögensstrategien der Stiftungen an? Alles Fragen, die so eigentlich diesen Blog nicht betreffen – und doch…

Warum beschäftigt sich dieser Blog mit dem Thema Geldanlage (Vermögensanlage)?

- Weil Geldanlagen in der täglichen Arbeit als Unternehmenslenker vorkommen. Sozialunternehmen müssen, wie andere Wirtschaftstreibende, ihre Liquidität steuern und den Finanzbedarf planen.

- Und weil Vergütungssätze i.d.R. für ein Gesamtjahr kalkuliert werden, finden sich naturgemäß auch solche Kostenbestandteile, die ungleichmäßig im Jahresverlauf anfallen: Versicherungsprämien, Verbandsbeiträge und Weihnachtsgeld / Jahressonderzahlung. Unterjährig können sich Überschuss-Effekte ergeben, die erst zum Jahresende abgebaut wurden.

- Wenn durch die Bewirtschaftung von Stellen oder aufgrund einer günstigen Auslastung ein positives Jahresergebnis erzielt wird, muss man sich spätestens am Jahresende Gedanken machen, wo das Geld angelegt werden soll.

- Weitsichtige Unternehmensführung (Going Concern), aber auch gesetzliche Vorgaben im Falle von Kapitalgesellschaften, verlangen eine maßvolle Rücklagenbildung. Rücklagen werden zwar in der Bilanz auf der Passiv-Seite als solche ausgewiesen, aber auf der Vermögens- oder Aktiv-Seite verstecken sie sich im Anlagevermögen – womöglich sogar im Finanzanlagevermögen.

Wie man sieht gibt es Gründe genug, warum man sich für Geldanlagen (nachfolgend auch Finanzanlagen oder Vermögensanlage genannt) interessieren sollte. Nicht zuletzt hat auch eine Umfrage unter Stiftungen zu eben diesem Thema der PWC Unternehmensberatung aus dem Januar 2016 einige besorgniserregende Einsichten geliefert.

Hier, in diesem Blog, möchte ich aber keine Geldanlage-Tipps verteilen – das wäre ja Finanzberatung. Vielmehr möchte ich mich mit den Geldanlage-Tipps der Finanzberatung befassen und sehen, ob sie als Alternative etwas taugen. Hierzu muss man natürlich auch eine Vorstellung entwickeln, welche Kriterien erfüllt sein müssen und welches Risiko akzeptiert wird bzw. wann die Gelder wieder benötigt werden. Und schlussendlich sind die sogenannten Beratungen von Interesse, denn viele Entscheider sind schlichtweg überfordert oder haben eine vage Kenntnis vom Kapitalmarkt. Was verspricht die Branche, und was können die angepriesenen Produkte einhalten?

Aus dem Vorgenannten könnte man ein Beziehungs-Dreieck zeichnen, ähnlich dem sozialrechtlichen Dreieck, allerdings mit den drei Spitzen Risikoprofil / Finanzbedarf, Finanzprodukt / Anlage und Beratung / Anlageentscheidung. Weitere Ausdifferenzierungen wären möglich, würden aber den Rahmen dieses Blogs sprengen. Ganz offen und ehrlich: Hier soll nur ein Überblick verschafft werden.

Wie kompliziert die Verhältnisse sein können, hatte ich schon in einem Beitrag am 5.12.2015 versucht darzustellen. Damals ging es eher darum eine Begründung zu finden, warum in Zukunft mit höheren Tarifabschlüssen zu rechnen ist. Zugegeben, die Ableitung erscheint zwar sehr abenteuerlich und weit hergeholt, doch wer aktuell die Kapriolen am deutschen Finanzplatz Nr. 1 in Frankfurt sieht und verstehen will, was da passiert, wird an den Themen Öl / Rohstoffmärkte und China nicht vorbeikommen.

Bank- bzw. Finanzberater müssen so etwas verstehen und werden in ihren Präsentationen über Konjunkturaussichten, Umlaufrenditen und Volatilität sprechen, das solche Informations-Lawinen schnell die Entscheider überfordern können, ist nachvollziehbar. Ich würde sogar so weit gehen und behaupten, dass manche Berater es genau darauf absehen. Von daher sind Entscheider gut beraten, wenn sie sich vorab schon eine Vorstellung erarbeitet haben, wie viel Geld angelegt werden kann, mit welchem Risikoprofil und mit welchen Ertragsaussichten.

Die Finanzkrisen der letzten Jahre haben einiges darüber offenbart, was manche Banken ihren Kunden zumuteten. Vieles wird wohl schon vergessen worden sein, doch das unbestimmte Gefühl, dass nicht alle Finanzprodukte etwas taugen, ist geblieben. Nun sind neue Produkte hinzugekommen und alte nicht mehr verfügbar. Doch taugen die jetzt verfügbaren Anlagemöglichkeiten den eigenen Ansprüchen? Immerhin muss man hier „fremdes“ Geld anlegen, von dem das Unternehmen in später zehren soll.

Sehen wir mal, wohin uns dieses Thema bringen wird.


CGS




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Mittwoch, 27. Januar 2016

Versicherer im Zinstal

Unter der Überschrift titelt der Internet-Dienst der Tagesschau am 26.1.2016: „Wie sicher ist das Geld fürs Alter?“. Der Bericht zielt auf die Vorwürfe des Allianz-Chefs Oliver Bäte ab, der das derzeitige Niedrigzinsumfeld als äußerst problematisch ansieht. Die niedrigen Zinsen gefährden die private Altersvorsorge zu einer Zeit, in der das gesetzliche Rentenniveau sinkt, so der Bericht.

Altersvorsorge wird von vielen Deutschen in Form von Lebensversicherungen betrieben. Man spart in der Zeit an, damit im Alter eine ausreichende Rücklage vorhanden. Die Lebensversicherer „arbeiten“ mit dem Geld dergestalt, dass bis zum Renteneintritt, bis zu dem Moment, in dem die Rücklage voraussichtlich benötigt wird, größtmöglicher Ertrag bei geringstem Risiko erwirtschaftet wird. Dabei wird aber nur der vereinbarte Sparanteil verwendet. Problem ist dabei, dass die Versicherungen gesetzlich gezwungen sind, einen garantierten Zins (aktuell 1,25 %) auszuschütten, der zurzeit höher liegt, als die erzielbaren Renditen für sichere Anlagen. Lebensversicherer müssen also ins Risiko gehen (vor dem gleichen Problem stehen übrigens auch Pensionskassen).

Ins Risiko zu gehen würde heißen, dass die Gesellschaften in solche Anlagenklassen (z.B. Aktien) gehen müssen, die ein hohes Verlustpotential mit sich bringen, aber auf lange Sicht auch die höchsten Chancen bieten – Langfristcharts werden gerne bemüht, um jährliche Renditen von über 9 % o.ä. zu belegen. Traditionell sind aber genau diese Gesellschaften die größten Aufkäufer von Staatsanleihen, Pfandbriefen und Kommunalobligationen usw. mit Top-Rating. Doch Top-Rating rentiert schon lange nicht mehr.

So gesehen finden sich Stiftungen vor dem gleichen Problem wie Versicherungsgesellschaften und Pensionskassen.

CGS




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Sonntag, 24. Januar 2016

Stiftungen im Zinstal

Vor kurzem wurde ich auf zwei Artikel aufmerksam, in denen über die Problematik der sinkenden Einnahmen bei Stiftungen berichtet wurde. Viele Stiftungen verdienen ihr Geld nämlich mit der Vermögensanlage. Da Stiftungen eine konservative, sicherheitsorientierte Vermögensanlage betreiben sollten, sind sie auf gut verzinsliche Wertanlagen angewiesen. Dies ist aber schon seit einigen Jahren immer weniger der Fall, weil die Niedrigzinspolitik der Notenbanken die zu erwartenden Renditen am Kapitalmarkt für verzinsliche Wertanlagen erheblich drückt. Damit werden Förderprojekte nicht mehr im bisherigen Umfang finanzierbar sein. Die Unternehmensberatung PWC hat zeitgleich eine Studie veröffentlicht, in der die Auswirkungen des Niedrigzinsumfelds auf Stiftungen sowie das Vermögensmanagement untersucht wurden.

In einem Artikel der Hersfelder Zeitung vom 4.1.2016 wird der Vorsitzende einer Stiftung mit den Worten zitiert: „Die Stiftung lebt in erster Linie von den Zinsen ihres Stammkapitals, das sich auf 120 000 Euro beläuft. Bei den derzeitigen Zinssätzen kommen da jährlich nicht mehr als 2000 Euro raus“ (Quelle: http://www.hersfelder-zeitung.de/bad-hersfeld/ars-natura-stiftung-geht-geld-6008108.html).

Passend dazu titelte das Flensburger Tageblatt am 17.1.2016: „Zinstief – Stiftungen in SH geht das Geld aus“ und gibt den Vorstand des Schleswig-Holsteinischen Stiftungstages mit den Worten wieder: „Mit einem Stiftungsvermögen von 100.000 Euro und einer einprozentigen Nettoverzinsung kann man nach Abzug der Verwaltungskosten kaum den Förderzweck erfüllen“. Die Folge wäre Vermögensverzehr oder die Stiftungen könnten ihre Aufgaben nicht mehr wahrnehmen, so der Artikel (Quelle: http://www.shz.de/schleswig-holstein/wirtschaft/zinstief-stiftungen-in-sh-geht-das-geld-aus-id12478776.html).

Um die Hintergründe besser zu verstehen, muss man zurück in das Jahr 2009 gehen, also dem Jahr, in dem die letzte Finanzkrise zuerst als ein singuläres Problem einer einzelnen Großbank begann. Aus dem Zusammenbruch der Lehman-Bank entwickelte sich eine Liquiditäts- und Vertrauenskrise im gesamten Finanzsektor, da plötzlich viele zuvor mit „Top-Rating“ versehene Wertanlagen als „toxische Papiere“ galten, die keiner mehr haben wollte. Schließlich griff die Krise auf die Realwirtschaften über, so dass die Notenbanken zu drastischen Mitteln greifen mussten. Leitzinsen auf nahe Null und Einlagenfazilitäten mit Minuszinsen. Außerdem kauften die Notenbanken die Staatsanleihen ihrer eigenen Mitgliedsstaaten auf, um so indirekt die Kreditvergabe und die Investitionstätigkeit der Unternehmen anzukurbeln.

Am Kapitalmarkt noch Geld verdienen? Mit einer sicherheitsorientierten, werterhaltenden Vermögensstrategie ist dies nicht mehr machbar. Noch vor der Finanzkrise bewegte sich die Umlaufrendite für festverzinsliche Bundeswertpapiere bei über 3 %, mittlerweile hat sie sich von knapp über 0 % im letzten Jahr auf etwa 0,3 % „erholt“. Konservative Vermögensanlage als Einnahmequelle kommt nicht mehr in Betracht, und selbst Kapitalerhalt ist schwierig bis unmöglich geworden.

Die Unternehmensberatung PWC wollte nun von Stiftungen wissen, wie sie die Auswirkungen des Niedrigzinsumfelds bewerten (Quelle: http://www.pwc.de/de/steuerberatung/stiftungen-gehen-wegen-niedriger-zinsen-staerker-ins-risiko.html – auf der Seite befindet sich auch der Link zur Studie). Befragt wurden 208 der „vermögensstärksten“ Stiftungen in Deutschland, wobei ungeklärt bleibt, wie sich „vermögensstärkste“ Stiftungen von anderen unterscheiden. Diesen Punkt halte ich für wichtig, zumal in der späteren Auswertung mancherorts unterschieden wird zwischen „größeren“ und „kleineren“ Stiftungen; bezieht sich diese Größeneinteilung auf das Stiftungsvermögen, die Finanzanlagen, der relative Anteile der Finanzanlagen am Gesamtvermögen oder die Anzahl der Mitarbeiter? Ich hätte mir auch einen Vergleich gewünscht zu Stiftungen in der GmbH-Rechtsform (z.B. Robert Bosch Stiftung GmbH). Ein weiterer Kritikpunkt betrifft die Qualität der verarbeiteten Daten. Viele Auswertungen beruhen nämlich auf Selbsteinschätzungen der befragten Stiftungen. Es fehlen leider die „harten“ Fakten.

Trotz aller Kritik, diese Studie (übrigens die zweite von PWC in dieser Fragestellung) bietet Einsichten in die Arbeit und das Vermögensmanagement von Stiftungen. Von den Ergebnissen kommt einem vieles bekannt vor und manches, von dem man es nicht gedacht hätte. Die Studie ist umfangreich und zeigt Handlungsfelder auf, die auch auf andere Anlegergruppen aus dem Bereich der Gemeinnützigkeit übertragbar sein könnten.

Sind Stiftungen durch die Finanzkrise stark betroffen gewesen? Da die Vermögensanlage bisher konservativ erfolgte, konnten solche Einbrüche überwiegend vermieden werden. Das Problem entsteht jetzt nach und nach, weil Gelder aus gut verzinslichen Wertpapieren früherer Jahre nunmehr zur Rückzahlung anstehen und wiederangelegt werden müssen.

Wie sieht eine erfolgreiche Vermögensstrategie aus? Die erfolgreicheren Stiftungen nutzen nicht nur (fast) die gesamte Angebotsvielfalt der an den Kapitalmärkten verfügbaren Finanzprodukten, sondern es wird eine aktive Diversifikationsstrategie betrieben. Auch Erfahrung und Professionalität zählen zu den Erfolgsfaktoren, sowohl auf der Ebene der Entscheider wie auch der Kontrolleure. Hinzu kommt ein systematischer Ansatz bei der Entscheidungsfindung bis hin zu einer Marktabsicherungsstrategie.

Als Fazit kann man festhalten, dass das Niedrigzinsumfeld die Einnahme-Situation der Stiftungen besonders dann erheblich belastet, wenn andere Einnahmequellen nicht ausreichend vorhanden sind. „Schlechtes“ Vermögensmanagement führt zudem zu Kapitalverzehr, was eine weitere unnötige „Baustelle“ bedeutet. Wenn die verdiente Liquidität nicht mehr ausreicht, müssen förderungswürdige Projekte eingestellt werden, sonst droht finanzielle Schieflage, aus der die Stiftung sich nicht mehr selbst befreien kann.

Geldanlage ist ein Thema, an dem auch die Unternehmen der Eingliederungshilfe nicht vorbeikommen.

CGS


Quellen:

Hersfelder Zeitung vom 4.1.2016: „Ars-Natura-Stiftung geht das Geld aus“
Betrachtet am 19.1.2016.

Flensburger Tageblatt vom 17.1.2016: „Zinstief – Stiftungen in SH geht das Geld aus“
Betrachtet am 19.1.2016.

Publikation der PricewaterhouseCoopers Aktiengesellschaft Wirtschaftsprüfungsgesellschaft (PWC)
„Fünf Jahre Niedrigzinsphase und kein Ende in Sicht?“
Prof. Dr. Norbert Winkeljohann, Dr. Ulrich Störk, Lutz Roschker, Berthold Theuffel-Werhahn
Herausgegeben Januar 2016

Webseite der PricewaterhouseCoopers Aktiengesellschaft Wirtschaftsprüfungsgesellschaft (PWC)
„Stiftungen gehen wegen niedriger Zinsen stärker ins Risiko“
Betrachtet am 19.1.2016





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Dienstag, 19. Januar 2016

Die Unternehmensberatung PWC veröffentlicht eine Umfrage unter Stiftungen zum Thema Vermögensanlage (Geldanlage)

Soziale Unternehmen bekommen für ihre Arbeit zwar eine vereinbarte Vergütung von öffentlichen Leistungsträgern (z.B. Trägern der Sozialhilfe) und (wenigen?) privaten Selbstzahlern gezahlt, doch damit wird meistens nur ein Minimal-Standard abgedeckt. Wenn man dagegen einen etwas höheren Standard anbieten möchte, z.B. Freizeitaktivitäten, bessere technische Ausstattung, Wohnumfeld-Verbesserungsmaßnahmen, sind die Träger von Einrichtungen (Leistungserbringer) auf Spenden und Zuwendungen angewiesen.

Gerade hat aber die Unternehmensberatung PWC eine Umfrage unter Stiftungen zum Thema Vermögensanlage (Geldanlage) veröffentlicht, deren Ergebnisse möglicherweise Grund zur Sorge geben – die Studie liegt vor, konnte aber bisher noch nicht gelesen werden.

Tenor der Studie ist, dass durch die Niedrigzinspolitik der Notenbanken den Stiftungen Einkommen verloren geht, mit denen bisher Projekte finanziert werden konnten. Besonders kleine Stiftungen werden nicht nur ihre Projekte nicht finanzieren können, sondern wahrscheinlich sogar ihre Verwaltungskosten nicht abgedeckt bekommen. Um aber weiterhin „überleben“ zu können, müssen riskantere Formen der Vermögensanlage eingegangen werden.

Stiftungen sind aber nicht alleine. Die Auswirkungen der Niedrigzinspolitik treffen auch Pensionskassen und soziale Unternehmen, weil diese ebenfalls Vermögensanlage betreiben.

CGS




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Samstag, 5. Dezember 2015

Off-the-beaten-path: Was Saudi-Arabien mit der Eingliederungshilfe zu tun hat.

Manchmal muss man wohl um viele Ecken denken und abseits der ausgetretenen Pfade gehen. In Entgeltverhandlungen wird ständig argumentiert und dargelegt, warum ein Kostenansatz begründet ist, und diesmal geht es darum, warum weiterhin mit hohen Tarifabschlüssen zu rechnen ist. Hier ist eine solche Begründung – zugegebenermaßen, ein wenig weit hergeholt.

Saudi-Arabien und der Ölpreis – was sich ganz und gar nicht wie ein Thema für einen Blog über die vergütete Eingliederungshilfe anhört, hat einen sehr ernsten Hintergrund. Denn nach Meinung vieler Finanzexperten hatte das ölreichste Land der Welt deswegen seine tägliche Rohölförderung auf 10 Mrd. Barrel erhöht, damit den nordamerikanischen und hoch verschuldeten Schieferölförderern im Preiskampf die Puste ausging. Diese haben es nämlich mittlerweile auf eine tägliche Förderung von 12 Mr. Barrel geschafft.

Mit der Annäherung des Irans und dem Westen betritt ein weiterer Spieler die Bühne. Auch wenn die Förderanlagen im Iran derzeit noch als veraltet und ineffizient gelten, sie können modernisiert werden und damit die Fördermenge von 3 Mrd. Barrel auf den Stand der Jahre 2007/2008 von 4 Mrd. steigern. Mit einem Rückgang des Rohöl-Angebots bzw. der Fördermengen ist in naher Zukunft nicht zu rechnen.

In 2012 wurden noch weltweit 75,3 Mrd. Barrel insgesamt produziert, da lag der Preis bei weit über 100 US-$ per Barrel. Jetzt sind es 96,2 Mrd. Barrel und der Preis liegt bei knapp 45 US-$. Die Internationale Energie Agentur (IEA) geht davon aus, dass die Nachfrage in einem Jahr bei 96,7 Mrd. Barrel liegen wird, doch Saudi-Arabien wird es nicht mehr in der Hand haben, die Preise zu bestimmen.

Mit den (erheblich) gesunkenen Einnahmen wird das Land nun ein Haushaltsbudget stemmen müssen und möglicherweise selbst zum Schuldner werden. Prognosen gehen davon aus, dass das Haushaltsdefizit im kommenden Jahr bei 21 % des BIP liegen wird, bis 2020 soll die Staatsverschuldung auf 40 % des BIP steigen. Solche Zahlen sehen an sich nicht dramatisch aus, wenn man diese mit der Staatsverschuldung von Griechenland oder den USA vergleicht (175,1 bzw. 105,1 % in 2015, Quelle: destatis).

Problematisch ist die Lage bei der Leistungsbilanz. Denn bei einer negativen Leistungsbilanz (ausgedrückt in % vom BIP) droht ein Abwertungsrisiko für die eigene Währung. Das Land müsste gegensteuern, in dem es umfangreiche Stützungskäufe tätigt, was wahrscheinlich auch passieren wird. Doch dann, so die Experten, könnte der Ölpreis noch weiter fallen – 30 US-$.

Lange Rede, kurzer Sinn: Der Ölpreis hat einen erheblichen Einfluss auf die Konjunktur und die Preise. Wenn die Preise sinken, werden Verbraucher ihren Konsum zeitlich verschieben, was Gift für die Konjunktur ist. Ebenso werden Unternehmen Investitionen aufschieben, im schlimmsten Fall sogar Kapazitäten abbauen, weil die Verbraucher ihre Produkte nicht mehr kaufen wollen.

Das will die EZB auf keinen Fall. Im Gegenteil, es müssten Maßnahmen ergriffen werden, die dem Preisverfall entgegenwirken, z.B. durch die Steigerung der Realeinkommen in Folge von höheren Tarifabschlüssen.

CGS





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